Ratgeber · Pflege
Private Pflegepflichtversicherung
Wer privat krankenversichert ist, muss auch privat pflegeversichert sein. Die Leistungen legt das Gesetz fest, der Beitrag richtet sich nach dem Alter bei Beginn – und nach fünf Jahren gibt es eine feste Obergrenze.

Kurz & knapp
- Wer privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegepflichtversicherung abschließen, in der Regel beim selben Versicherer. Ihre Leistungen müssen denen der sozialen Pflegeversicherung gleichwertig sein.
- Der Beitrag richtet sich vor allem nach dem Eintrittsalter, nicht nach dem Einkommen. Laut PKV-Verband zahlen Angestellte und Selbstständige 2026 im Schnitt 122,64 € im Monat, Beihilfeberechtigte 56,50 €.
- Nach fünf Jahren Versicherungszeit ist der Beitrag auf den Höchstbeitrag der sozialen Pflegeversicherung begrenzt: 2026 209,26 €, für Beihilfeberechtigte 83,70 €.
- Kinder sind beitragsfrei mitversichert. Angestellte bekommen die Hälfte des Beitrags vom Arbeitgeber, 2026 höchstens 104,63 € im Monat.
- Die Pflegeversicherung zahlt feste Beträge je Pflegegrad, bei Pflegegrad 3 zum Beispiel 599 € Pflegegeld. Was darüber hinausgeht, kann eine Pflegezusatzversicherung abdecken.
Wer sie abschließen muss
Wer bei einem privaten Versicherer krankenversichert ist, muss sich dort auch gegen Pflegebedürftigkeit versichern und den Vertrag aufrechterhalten. Er gilt ab Beginn der Versicherungspflicht für Sie selbst und für Angehörige, die in der sozialen Pflegeversicherung familienversichert wären.1
Sie dürfen die Pflegeversicherung auch bei einem anderen privaten Versicherer abschließen. Das Wahlrecht gilt sechs Monate ab Beginn der Versicherungspflicht.1 Ein getrennter Vertrag bringt allerdings selten etwas: Die Beiträge ohne Kostenanteil werden für alle Anbieter nach gemeinsamen Grundlagen einheitlich kalkuliert.2
Der Versicherer muss Sie aufnehmen. Er darf Vorerkrankungen nicht ausschließen, keine längeren Wartezeiten verlangen als die soziale Pflegeversicherung und den Vertrag nicht kündigen, solange die Versicherungspflicht besteht.3
Beamte schließen eine anteilige, beihilfekonforme Pflegeversicherung ab. Sie ergänzt die Beihilfe, die im Pflegefall einen Teil der Kosten trägt. Auch wer freie Heilfürsorge bekommt und nicht in der sozialen Pflegeversicherung versichert ist, braucht eine private Pflegepflichtversicherung.1 Wie Beihilfe und private Versicherung zusammenspielen, steht unter PKV für Beamte.
Was sie leistet
Die private Pflegepflichtversicherung leistet nach Art und Umfang wie die soziale Pflegeversicherung. Statt Sachleistungen gibt es eine Kostenerstattung in gleicher Höhe, und der Pflegegrad wird nach denselben Maßstäben festgestellt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.1
| Pflegegrad | Pflegegeld4 | Pflegedienst5 | Pflegeheim6 |
|---|---|---|---|
| 2 | 347 € | 796 € | 805 € |
| 3 | 599 € | 1.497 € | 1.319 € |
| 4 | 800 € | 1.859 € | 1.855 € |
| 5 | 990 € | 2.299 € | 2.096 € |
Leistungen gibt es, wenn Sie in den zehn Jahren vor dem Antrag mindestens zwei Jahre versichert waren.8 Wer aus der gesetzlichen Kasse kommt, bekommt die Zeit in der sozialen Pflegeversicherung angerechnet.1
Was sie kostet
In der sozialen Pflegeversicherung zahlen Versicherte einen Prozentsatz ihres Einkommens, 2026 3,6 % bis zur Beitragsbemessungsgrenze, Kinderlose 4,2 %, Eltern mehrerer Kinder unter 25 weniger.10 In der privaten Pflegepflichtversicherung hängt der Beitrag dagegen vor allem vom Alter bei Vertragsbeginn ab; nach Geschlecht darf er nicht unterscheiden.3 Wer jung beginnt, zahlt weniger, weil der Versicherer über mehr Jahre Rückstellungen für die Pflegekosten im Alter aufbaut.9
Laut PKV-Verband zahlen Angestellte und Selbstständige (Tarifstufe PVN) ab dem 1. Januar 2026 im Schnitt 122,64 € im Monat, Beihilfeberechtigte (Tarifstufe PVB) 56,50 €. Zum Jahreswechsel stiegen die Beiträge im Schnitt um 16 bzw. 6 Prozent, vor allem weil die Pflegereformen die Leistungen erhöht haben.9
Nach fünf Jahren Versicherungszeit in der privaten Pflege- oder Krankenversicherung darf der Beitrag den Höchstbeitrag der sozialen Pflegeversicherung nicht übersteigen.3 2026 sind das 209,26 € im Monat, für Beihilfeberechtigte 83,70 €.9
Beispiele der HanseMerkur
Weil die Leistungen gesetzlich festgelegt sind, sagen Beispielbeiträge hier mehr als in der Krankenversicherung. Die HanseMerkur nennt für die Pflegepflichtversicherung im Tarif PVN diese Monatsbeiträge:11
| Eintrittsalter | Tarif PVN, pro Monat |
|---|---|
| 25 Jahre | 51,94 € |
| 35 Jahre | 66,75 € |
| 45 Jahre | 88,62 € |
Für Beihilfeberechtigte mit 50 Prozent Bundesbeihilfe nennt die HanseMerkur im Tarif PVB bei einem Eintrittsalter von 30 Jahren 35,42 € im Monat.12 Ihren genauen Beitrag rechne ich im Angebot mit, er ist dort immer enthalten.
Kinder und Partner
Kinder sind in der privaten Pflegepflichtversicherung beitragsfrei mitversichert, unter denselben Voraussetzungen wie in der Familienversicherung der sozialen Pflegeversicherung, also etwa innerhalb der Altersgrenzen und ohne eigenes Einkommen über der Grenze.3 Das ist ein Unterschied zur privaten Krankenversicherung, in der jedes Kind einen eigenen Beitrag kostet. Mehr dazu unter Familie und Kinder.
Ehe- und Lebenspartner zahlen einen eigenen Beitrag. Eine gemeinsame Obergrenze von 150 Prozent des Höchstbeitrags gilt nur, wenn einer der Partner seit dem 1. Januar 1995 ununterbrochen privat pflegeversichert ist und einer ein geringes eigenes Einkommen hat – laut PKV-Verband höchstens 565 € im Monat, bei einem Minijob 603 €.3,9
Zuschuss vom Arbeitgeber, Beamte, Ruhestand
Angestellte bekommen vom Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags, höchstens so viel, wie er in der sozialen Pflegeversicherung zahlen würde: 2026 bis zu 104,63 € im Monat, in Sachsen 75,56 €. Der Zuschuss gilt auch für Angehörige, die in der sozialen Pflegeversicherung familienversichert wären.13
- Selbstständige tragen den Beitrag allein.
- Beamte bekommen keinen Zuschuss zur Pflegeversicherung, im Pflegefall trägt die Beihilfe einen Teil der Kosten.13
- Im Ruhestand zahlt die Rentenversicherung nur zur Krankenversicherung einen Zuschuss, nicht zur Pflege. Wie Sie dafür planen, steht unter PKV im Alter.
Die Lücke und der Pflegezusatz
Die Pflegepflichtversicherung ist keine Vollversicherung. Sie zahlt feste Beträge je Pflegegrad; im Pflegeheim deckt der Betrag nur den pflegebedingten Anteil.6 Unterkunft, Verpflegung und den Eigenanteil an den Pflegekosten zahlen Pflegebedürftige selbst.
Eine Pflegezusatzversicherung zahlt dafür ein Pflegemonatsgeld, das Sie frei verwenden. Die HanseMerkur bietet sie als Fit Pflege Schutz an. Laut HanseMerkur zahlt der Tarif ohne Kostennachweis und auch dann, wenn Angehörige pflegen. Der Einsteigertarif für junge Leute (PGE) kostet 5,18 € im Monat und zahlt 1.000 € Pflegemonatsgeld; mit 49 wechselt er automatisch in den Tarif mit Alterungsrückstellungen.14
Praxis-Tipp: Den Pflegezusatz schließt man am günstigsten früh ab, solange die Gesundheitsfragen kein Problem sind. Ich spreche ihn im Gespräch zur Krankenversicherung an – entscheiden müssen Sie das nicht am selben Tag.
Die Tarife der HanseMerkur
Die Pflegepflichtversicherung ist in jedem Angebot für eine private Krankenversicherung enthalten, im Tarif PVN oder, für Beihilfeberechtigte, PVB. Die Produktinformationsblätter und die Broschüren zum Pflegezusatz kommen direkt von der HanseMerkur:
Pflegepflichtversicherung (PVN, für Beihilfeberechtigte PVB)
Gehört zu jeder privaten Krankenversicherung. Sie leistet wie die soziale Pflegeversicherung, Kinder sind beitragsfrei mitversichert, und nach fünf Jahren ist der Beitrag auf den gesetzlichen Höchstbeitrag begrenzt.
Fit Pflege Schutz (PGA, PGS, PZG; für junge Leute PGE)
Freiwilliges Pflegemonatsgeld für die Lücke, die die Pflichtversicherung lässt: Höhe wählbar, ohne Kostennachweis, auch wenn Angehörige pflegen.
Häufige Fragen
Ist die private Pflegeversicherung Pflicht?
Ja, für alle, die privat krankenversichert sind (§ 23 SGB XI). Der Vertrag wird in der Regel beim selben Versicherer abgeschlossen. Innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der Versicherungspflicht dürfen Sie einen anderen privaten Versicherer wählen.
Was kostet die private Pflegepflichtversicherung 2026?
Laut PKV-Verband im Schnitt 122,64 € im Monat für Angestellte und Selbstständige und 56,50 € für Beihilfeberechtigte. Der Beitrag hängt vor allem vom Eintrittsalter ab, nicht vom Einkommen. Nach fünf Jahren Versicherungszeit ist er auf den Höchstbeitrag der sozialen Pflegeversicherung begrenzt: 2026 209,26 €, für Beihilfeberechtigte 83,70 €.
Sind Kinder in der privaten Pflegepflichtversicherung beitragsfrei?
Ja, unter denselben Voraussetzungen wie in der Familienversicherung der sozialen Pflegeversicherung (§ 110 SGB XI). In der privaten Krankenversicherung zahlt dagegen jedes Kind einen eigenen Beitrag.
Zahlt der Arbeitgeber zur Pflegepflichtversicherung dazu?
Ja, bei Angestellten die Hälfte des Beitrags, 2026 höchstens 104,63 € im Monat, in Sachsen 75,56 € (§ 61 SGB XI). Selbstständige tragen den Beitrag allein. Beamte bekommen keinen Zuschuss; bei ihnen trägt die Beihilfe im Pflegefall einen Teil der Kosten.
Leistet die private Pflegepflichtversicherung dasselbe wie die gesetzliche?
Ja. Die Leistungen müssen nach Art und Umfang gleichwertig sein, statt Sachleistungen gibt es eine Kostenerstattung in gleicher Höhe, und der Pflegegrad wird nach denselben Maßstäben festgestellt. Bei Pflegegrad 3 sind das zum Beispiel 599 € Pflegegeld im Monat.
Quellen
- § 23 SGB XI – Versicherungspflicht für Versicherte der privaten Krankenversicherungsunternehmen
- § 111 SGB XI – Risikoausgleich
- § 110 SGB XI – Regelungen für die private Pflegeversicherung
- § 37 SGB XI – Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen
- § 36 SGB XI – Pflegesachleistung
- § 43 SGB XI – Vollstationäre Pflege
- § 28a SGB XI – Leistungen bei Pflegegrad 1
- § 33 SGB XI – Leistungsvoraussetzungen
- PKV-Verband: Pflegebeitrag 2026 – Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung
- § 55 SGB XI – Beitragssatz, Beitragsbemessungsgrenze
- HanseMerkur: Private Krankenversicherung für Selbstständige
- HanseMerkur: Private Krankenversicherung für Beamte
- § 61 SGB XI – Beitragszuschüsse (Pflege)
- HanseMerkur: Private Pflegezusatzversicherung