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Ratgeber · Beamte

Private Kranken­versicherung für Beamte

Als Beamter bekommen Sie einen festen Teil Ihrer Krankheitskosten vom Dienstherrn erstattet. Den Rest versichern Sie selbst, und die wichtigsten Entscheidungen fallen gleich zu Beginn der Laufbahn.

Leeres Klassenzimmer am Nachmittag, auf dem Pult eine Lehrertasche
Für verbeamtete Lehrkräfte gilt das Beihilferecht ihres Bundeslandes, nicht das des Bundes.

Kurz & knapp

  • Beamte bekommen einen festen Teil ihrer Krankheitskosten als Beihilfe erstattet: beim Bund 50 Prozent, mit zwei oder mehr Kindern und im Ruhestand 70 Prozent, für Kinder 80 Prozent. Den Rest deckt eine private Restkostenversicherung, die Länder weichen teils ab.
  • Ändert sich der Beihilfesatz, etwa beim zweiten Kind oder mit der Pension, passt der Versicherer den Tarif an. Wer das innerhalb von sechs Monaten beantragt, muss keine neue Gesundheitsprüfung bestehen.
  • Anwärter und viele Referendare sind Beamte auf Widerruf und schon in der Ausbildung beihilfeberechtigt. Die Frist der Öffnungsaktion beginnt bei ihnen mit dem Vorbereitungsdienst.
  • Über die Öffnungsaktion nehmen teilnehmende Versicherer Beamte in den ersten sechs Monaten nach der Verbeamtung auch mit Vorerkrankungen auf, Risikozuschläge sind auf 30 Prozent begrenzt. Die HanseMerkur nimmt daran nicht teil.
  • In neun Bundesländern können Beamte stattdessen eine pauschale Beihilfe wählen: die Hälfte des Beitrags zu einer freiwilligen gesetzlichen oder einer privaten Vollversicherung. Die Wahl ist fast überall unwiderruflich.
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Beihilfe und Restkostenversicherung

Beamte bekommen einen festen Prozentsatz ihrer Krankheitskosten vom Dienstherrn erstattet, die sogenannte Beihilfe. Den Rest sichern sie selbst ab: privat mit einer Restkostenversicherung oder, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, freiwillig in der gesetzlichen Kasse. Pflichtversichert sind Beamte dort nicht.1

Versichert sein müssen Sie trotzdem. Die allgemeine Pflicht zur Krankenversicherung gilt für Beihilfeberechtigte für den Teil der Kosten, den die Beihilfe nicht abdeckt.2

Eine Restkostenversicherung, auch beihilfekonformer Tarif genannt, erstattet genau diesen Teil. Bei 50 Prozent Beihilfe versichern Sie 50 Prozent, bei 80 Prozent Beihilfe nur noch 20 Prozent. Beihilfe und Tarif ergeben zusammen 100 Prozent.3 Welcher Satz gilt, regelt die Beihilfeverordnung Ihres Dienstherrn, für Bundesbeamte § 46 der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV).4

Beihilfe beim Bund und privat zu versichernder Rest (§ 46 BBhV)
PersonBeihilfeRestkostentarif
Beamte im aktiven Dienst50 %50 %
Beamte mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern70 %30 %
Beamte in Elternzeit70 %30 %
Pensionäre (Versorgungsempfänger)70 %30 %
Ehe- und Lebenspartner70 %30 %
Kinder und Waisen80 %20 %

Berücksichtigungsfähig sind Kinder, solange sie beim Familienzuschlag Ihrer Besoldung zählen.5 Für Ehe- und Lebenspartner zahlt der Bund nur, wenn deren eigene Einkünfte eine Grenze nicht übersteigen.6

Abweichungen in den Ländern

Landesbeamte erhalten Beihilfe nach dem Recht ihres Landes. Viele Länder orientieren sich am Bund: Nordrhein-Westfalen zahlt ebenfalls 50 Prozent, ab zwei Kindern 70 Prozent und für Kinder 80 Prozent.7 Es gibt aber deutliche Ausnahmen:

  • Baden-Württemberg: Wer nach dem 31. Dezember 2012 beihilfeberechtigt wurde, bekommt einheitlich 50 Prozent, auch im Ruhestand und für den Ehepartner. Die Zahl der Kinder ändert daran nichts. Kinder selbst erhalten 80 Prozent. Nur bei dauernder Pflege gelten die früheren, höheren Sätze.8
  • Hessen und Bremen haben eigene Modelle, in denen der Satz vom Familienstand und von der Zahl der Kinder abhängt.9,10

Die Tabelle oben gilt deshalb nur für Bundesbeamte. Bevor ich einen Tarif rechne, lese ich die Beihilfeverordnung Ihres Dienstherrn.

Wenn sich der Beihilfesatz ändert

Ändert sich Ihr Beihilfesatz, muss der Versicherer den Tarif auf Antrag anpassen. Stellen Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung, gibt es dafür keine neue Gesundheitsprüfung und keine Wartezeiten.11 Die häufigsten Anlässe beim Bund:

  • Das zweite Kind: Ihr eigener Satz steigt von 50 auf 70 Prozent, der Restkostentarif kann auf 30 Prozent sinken.4
  • Die Kinder fallen aus dem Familienzuschlag: Sind weniger als zwei Kinder berücksichtigungsfähig, sinkt der Satz wieder auf 50 Prozent. Dann muss der Tarif rechtzeitig aufgestockt werden.
  • Die Pension: Versorgungsempfänger bekommen 70 Prozent. Der Vertrag kann vorsehen, dass der Tarif mit dem Ruhestand im Umfang der Erhöhung endet, aus 50 werden dann 30 Prozent.11 In Baden-Württemberg bleibt es für alle, die seit 2013 beihilfeberechtigt sind, bei 50 Prozent.8

Für Kinder genügt beim Bund ein Tarif über 20 Prozent. Ein Neugeborenes muss der Versicherer eines privat versicherten Elternteils ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten aufnehmen, wenn Sie es spätestens zwei Monate nach der Geburt anmelden.12 Mehr dazu unter Familie und Kinder.

Was ein Beihilfeergänzungstarif ist

Ein Beihilfeergänzungstarif ist etwas anderes als der Restkostentarif. Er zahlt für Leistungen, die die Beihilfe nicht erstattet. Der PKV-Verband nennt als Beispiele zusätzliche Wahlleistungen, besseren Zahnersatz und Heilpraktiker.3 Was genau abgedeckt ist, hängt vom Tarif und von Ihrer Beihilfeverordnung ab.

Die HanseMerkur bietet für Beamte die Beihilfetarife „Be Fit Smart“ und „Be Fit Best“ an.13 Welche Absicherung Sie brauchen, ergibt sich aus dem, was Ihr Dienstherr erstattet. Deshalb beginne ich mit der Verordnung, nicht mit dem Tarif.

Anwärter und Referendare

Anwärter und viele Referendare sind Beamte auf Widerruf und haben schon im Vorbereitungsdienst Anspruch auf Beihilfe.3 Das Beamtenverhältnis auf Widerruf dient vor allem dem Vorbereitungsdienst, also der Ausbildung. Wer danach übernommen wird, wechselt ins Beamtenverhältnis auf Probe und später auf Lebenszeit.14

Für die Krankenversicherung zählt der Anfang. Die Frist der Öffnungsaktion beginnt mit dem ersten Beamtenverhältnis, bei Anwärtern also mit dem Vorbereitungsdienst. Wer in dieser Zeit gesetzlich versichert bleibt, kann die Öffnungsaktion später als Beamter auf Probe nutzen.3

Nicht jeder Vorbereitungsdienst endet mit einer Übernahme. Wer danach als Angestellter weniger als 77.400 € im Jahr verdient, wird in der Regel gesetzlich pflichtversichert.1 Damit der Weg zurück in die PKV offen bleibt, gibt es die Anwartschaftsversicherung: Gegen einen reduzierten Beitrag sichern Sie sich das Recht, den Versicherungsschutz später ohne neue Gesundheitsprüfung aufzunehmen.

Optionsrechte gehen in eine ähnliche Richtung. Sie erlauben, den Schutz zu festgelegten Zeitpunkten zu erweitern, ohne dass der Versicherer die Gesundheit wieder vollständig prüft. Die HanseMerkur nennt beides, Optionsrechte und eine Anwartschaftsversicherung, auf ihrer Seite für Beamte, Anwärter und Referendare.15 Was im Einzelnen gilt, steht in den Tarifbedingungen.

Eine Besonderheit gilt für Beamte mit Heilfürsorge, etwa bei Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug. Sie wechseln in der Regel erst mit dem Ruhestand in die Beihilfe. Für sie bezieht sich die Öffnungsaktion auf eine Anwartschaft für den späteren Restkostentarif, und die sechs Monate laufen ab Beginn der Heilfürsorge.3

Die Öffnungsaktion bei Vorerkrankungen

Über die Öffnungsaktion nehmen teilnehmende private Krankenversicherer Beamte auch mit Vorerkrankungen auf, ohne Ablehnung und ohne Leistungsausschlüsse. Sie ist kein Gesetz, sondern eine freiwillige Zusage der Unternehmen. Es gelten diese Bedingungen:3

  • Der Antrag muss innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung beim Versicherer eingehen. Es zählt der Eingang, nicht der Versicherungsbeginn.
  • Niemand wird aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt, Leistungen werden nicht ausgeschlossen.
  • Risikozuschläge sind auf 30 Prozent des Tarifbeitrags begrenzt.
  • Es geht nur um die erste private Vollversicherung und nur um den beihilfekonformen Restkostentarif. Für Beihilfeergänzungstarife und höhere Erstattungssätze gilt die Öffnungsaktion nicht.
  • Eine freie Tarifwahl gibt es nicht, die Unternehmen bieten dafür einzelne Tarife aus ihrem Angebot an.16
  • Ausgeschlossen ist, wer pauschale Beihilfe mit Zuschuss bezieht oder eine PKV früher wegen verletzter Anzeigepflicht verlassen musste.

Auch Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder, die erstmals bei der Beihilfe berücksichtigt werden, können teilnehmen, Neugeborene innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt. Beamte, die schon am 31. Dezember 2004 im Dienst waren und heute freiwillig gesetzlich versichert sind, können ohne Frist wechseln.3

Teilnehmende Unternehmen laut PKV-Verband: Allianz, Bayerische Beamtenkrankenkasse, DBV (AXA), Debeka, DKV, Generali, Hallesche (nicht für Beamte auf Widerruf), HUK-Coburg, Inter, LIGA (nur für katholische Priester), Münchener Verein, ottonova, Signal Iduna, SDK, Union Krankenversicherung und VRK.3

Die HanseMerkur steht nicht auf dieser Liste. Wenn die Öffnungsaktion für Sie der bessere Weg ist, sage ich Ihnen das – auch wenn ich Sie dann nicht selbst versichern kann.

Wer ohne Einschränkungen angenommen wird, braucht die Öffnungsaktion nicht. Bei Vorerkrankungen frage ich deshalb zuerst anonym an, zu welchen Bedingungen ein regulärer Antrag möglich wäre. Fällt das Ergebnis schlechter aus als die Öffnungsaktion, etwa mit einem Leistungsausschluss oder einem Zuschlag über 30 Prozent, spricht viel für die Öffnungsaktion. Wie die Voranfrage abläuft, steht unter PKV mit Vorerkrankungen.

Praxis-Tipp: Die erleichterten Bedingungen muss nur der Versicherer gewähren, bei dem Sie den ersten verbindlichen Antrag stellen. Nimmt dieser Versicherer nicht teil, können Sie den Antrag bei einem teilnehmenden Unternehmen erneut stellen.3 Legen Sie sich deshalb vor dem ersten Antrag fest und behalten Sie die sechs Monate im Blick.

Pauschale Beihilfe in den Ländern

Bei der pauschalen Beihilfe zahlt der Dienstherr einen Zuschuss zum Versicherungsbeitrag statt Beihilfe zu einzelnen Rechnungen. Der Zuschuss beträgt grundsätzlich die Hälfte des Beitrags zu einer freiwilligen gesetzlichen oder einer privaten Vollversicherung.17 Weil Hamburg sie 2018 als erstes Land eingeführt hat, heißt sie auch „Hamburger Modell“. Heute gibt es sie in neun Ländern, zwei weitere zahlen nur einen Zuschuss für gesetzlich Versicherte.

Pauschale Beihilfe nach Dienstherr, Stand September 2026
DienstherrPauschale BeihilfeSeitRechtsgrundlage, Hinweise
HamburgJa, GKV oder PKV2018§ 80 Abs. 10 HmbBG; Zuschuss zur PKV höchstens die Hälfte des Basistarif-Beitrags
BremenJa, GKV oder PKV2020§ 80 BremBG; für Anwärter schon seit 2019
BerlinJa, GKV oder PKV2020§ 76 Abs. 5 LBG Berlin
BrandenburgJa, GKV oder PKV2020§ 62 Abs. 6 LBG Bbg; bindet auch für Angehörige18
ThüringenJa, GKV oder PKV2020§ 72 Abs. 6 ThürBG19
Baden-WürttembergJa, GKV oder PKV2023§ 78a LBG BW; Antrag binnen fünf Monaten nach Beginn der Beihilfeberechtigung
SachsenJa, GKV oder PKV2024§ 80a SächsBG; keine Antragsfrist17
NiedersachsenJa, GKV oder PKV2024§ 80a NBG; Antrag binnen eines Jahres nach Beginn der Beihilfeberechtigung
Mecklenburg-VorpommernJa, GKV oder PKV2026§ 80a LBG M-V; Antrag jederzeit, wirkt nur für die Zukunft
Schleswig-HolsteinNur Zuschuss zur GKV, in bestimmten Fallgruppen2024§ 80a LBG SH; etwa für Beamte auf Zeit oder auf Widerruf
Sachsen-AnhaltNur Zuschuss zur GKV2026§ 3d BesVersEG LSA; widerruflich mit drei Monaten Frist
Nordrhein-WestfalenNeinim Koalitionsvertrag angekündigt, bisher kein Gesetz
Rheinland-PfalzNeinschrittweise Einführung angekündigt, kein Gesetzentwurf
SaarlandNeinEinführung zum 1. Januar 2028 angekündigt, noch kein Gesetz
HessenNeinstattdessen „Sachleistungsbeihilfe“ für gesetzlich Versicherte
BayernNeinvom Landtag abgelehnt
BundNeinlaut Bundesregierung „derzeit nicht vorgesehen“20

Die Wahl bindet: Außer beim reinen GKV-Zuschuss in Sachsen-Anhalt ist sie unwiderruflich. Wer pauschale Beihilfe bezieht, verzichtet auf die individuelle Beihilfe bei Krankheit.17 Von der Öffnungsaktion der PKV ist ausgeschlossen, wer pauschale Beihilfe mit Zuschuss erhält.3 Für Beamte auf Widerruf gibt es teils Sonderregeln: In Sachsen beginnt nach der Prüfung ein neues Beamtenverhältnis, und die Wahl kann neu getroffen werden.17

Welcher Weg günstiger ist, hängt von Einkommen, Familie, Gesundheit und Bundesland ab. In der gesetzlichen Kasse richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen, Kinder und ein Partner ohne eigenes Einkommen können beitragsfrei mitversichert sein.21 Mit individueller Beihilfe und PKV zahlen Sie für jede Person einen eigenen Beitrag, für Kinder beim Bund aber nur auf den Rest von 20 Prozent.

Ich rechne Ihnen die private Seite konkret durch. Für die gesetzliche Seite gehört eine Auskunft Ihrer Krankenkasse dazu. Entscheiden sollten Sie erst, wenn beide Zahlen vorliegen.

Die Beihilfetarife der HanseMerkur

Für Beamte, Anwärter und Referendare vermittle ich die Beihilfetarife der HanseMerkur: Be Fit Smart und Be Fit Best. Beide werden in Prozentsätzen passend zu Ihrer Beihilfe abgeschlossen; die Pflegepflichtversicherung ist als beihilfekonforme Tarifstufe PVB enthalten. Die Broschüren und Produktinformationsblätter kommen direkt von der HanseMerkur:

  • Be Fit Smart (AZS, PSB, BES, W, PVB)

    Beihilfetarif mit modularem Aufbau, die Prozentsätze passen zu Ihrer Beihilfe. Optionsrecht auf mehr Leistung im 4., 6. und 8. Versicherungsjahr.

  • Be Fit Best (AZB, PSB, BEB, W, PVB)

    Die Premiumvariante: Erstattung über die Höchstsätze von GOÄ und GOZ hinaus, zusätzliche Vorsorge bis 250 € im Jahr, beim Zahnersatz keine Staffel in den ersten Jahren.

Beide mit garantierter Beitragsrückerstattung je nach Absicherung bis 1.200 € und mit Anpassung ohne neue Gesundheitsprüfung, wenn sich Ihr Beihilfesatz ändert.

Außerdem: Produktinfo PVB (Beihilfe) Verbraucherinformation Beihilfe

Angaben laut hansemerkur.de, Stand 24. September 2026. Maßgeblich sind die Versicherungsbedingungen; Ihren Beitrag nennt das persönliche Angebot.

Warum auch Beamte eine private Pflegepflichtversicherung brauchen und was sie kostet, steht in einem eigenen Ratgeber.

Worauf ich bei Beamten achte

Bei Beamten schaue ich zuerst auf Fristen und auf die Beihilfeverordnung des Dienstherrn, erst danach auf den Tarif. Diese fünf Punkte kläre ich in jedem Gespräch:

  1. Das Datum der Verbeamtung. Ab diesem Tag laufen sechs Monate für die Öffnungsaktion. Für die pauschale Beihilfe gelten eigene Fristen, in Baden-Württemberg fünf Monate, in Niedersachsen ein Jahr.
  2. Der Beihilfesatz im Ruhestand. Wer in Baden-Württemberg nach 2012 verbeamtet wurde, behält auch als Pensionär 50 Prozent. Ein Bundesbeamter bekommt dann 70 Prozent. Das verändert die Beitragsplanung über Jahrzehnte.
  3. Die Lücken der Beihilfe. Was die Beihilfe nicht erstattet, bleibt offen, denn der Restkostentarif zahlt nur seinen Prozentsatz. Ob ein Ergänzungstarif nötig ist, prüfe ich anhand Ihrer Verordnung.
  4. Die Kinder. Mit dem zweiten Kind sinkt beim Bund Ihr privater Anteil. Fallen die Kinder aus dem Familienzuschlag, steigt er wieder. Die Aufstockung beantragen Sie innerhalb von sechs Monaten, danach kann der Versicherer eine Gesundheitsprüfung verlangen.
  5. Das Einkommen des Partners. Beim Bund gibt es für den Partner keine Beihilfe, wenn seine Einkünfte über der Grenze liegen. Dann braucht er eine eigene volle Absicherung.

Den ersten Schritt machen Sie über das Anfrageformular. Dienstherr, Datum der Verbeamtung und Familienstand klären wir danach im Gespräch.

Häufige Fragen

Müssen Beamte privat krankenversichert sein?

Nein, aber sie müssen versichert sein. Beamte sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei und wählen zwischen einer privaten Restkostenversicherung neben der Beihilfe und einer freiwilligen gesetzlichen Versicherung, sofern sie deren Voraussetzungen erfüllen. Den Teil der Kosten, den die Beihilfe nicht trägt, müssen sie absichern (§ 193 Abs. 3 VVG). In der gesetzlichen Kasse zahlen Beamte den Beitrag allein, es sei denn, ihr Land zahlt einen Zuschuss wie die pauschale Beihilfe.

Wie viel Beihilfe bekommen Kinder von Beamten?

Beim Bund 80 Prozent der beihilfefähigen Kosten, ebenso in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Die übrigen 20 Prozent sichern Sie mit einem Restkostentarif ab. Ist ein Elternteil privat versichert, muss dessen Versicherer ein Neugeborenes ohne Risikozuschläge und Wartezeiten aufnehmen, wenn es spätestens zwei Monate nach der Geburt angemeldet wird.

Nimmt die HanseMerkur an der Öffnungsaktion für Beamte teil?

Nein. Auf der Teilnehmerliste des PKV-Verbands steht die HanseMerkur nicht. Wer wegen Vorerkrankungen auf die Öffnungsaktion angewiesen ist, muss sich an ein teilnehmendes Unternehmen wenden. Wenn das für Sie der bessere Weg ist, sage ich Ihnen das offen.

Was passiert mit der Beihilfe, wenn ich in Pension gehe?

Beim Bund steigt der Satz für Versorgungsempfänger von 50 auf 70 Prozent, der private Anteil sinkt damit auf 30 Prozent. Der Vertrag kann vorsehen, dass der Tarif mit dem Ruhestand im Umfang der Erhöhung endet (§ 199 Abs. 1 VVG). In Baden-Württemberg bleibt es für alle, die seit 2013 beihilfeberechtigt sind, bei 50 Prozent.

Kann ich die pauschale Beihilfe später rückgängig machen?

In der Regel nicht. In allen Ländern mit vollem Modell ist die Entscheidung unwiderruflich, eine Ausnahme ist nur der reine Zuschuss für gesetzlich Versicherte in Sachsen-Anhalt. Wer pauschale Beihilfe mit Zuschuss bezieht, ist außerdem von der Öffnungsaktion der PKV ausgeschlossen.

Quellen

  1. § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit
  2. § 193 VVG – Versicherungspflicht, Abs. 3 (Beihilfeberechtigte)
  3. PKV-Verband: Broschüre „Öffnungsaktion für Beamte“ (Stand Januar 2026)
  4. § 46 BBhV – Bemessung der Beihilfe (Bund)
  5. § 4 BBhV – Berücksichtigungsfähige Personen
  6. § 6 BBhV – Beihilfefähigkeit von Aufwendungen (Einkommensgrenze für Ehe- und Lebenspartner)
  7. Rheinische Versorgungskassen: Bemessungssätze der Beihilfe in Nordrhein-Westfalen (§ 12 BVO NRW)
  8. Kommunaler Versorgungsverband Baden-Württemberg: Bemessungssätze der Beihilfe
  9. beihilferecht.de: § 15 Hessische Beihilfenverordnung (Bemessung der Beihilfe)
  10. die-beihilfe.de: Beihilfe in Bremen (Bemessungssätze)
  11. § 199 VVG – Beihilfeempfänger
  12. § 198 VVG – Kindernachversicherung
  13. HanseMerkur: Pressemitteilung zum Geschäftsjahr 2025 (07.05.2026)
  14. § 4 BeamtStG – Arten des Beamtenverhältnisses
  15. HanseMerkur: Private Krankenversicherung für Beamte
  16. PKV-Serviceportal (PKV-Verband): Wechsel in die PKV für Beamte mit Vorerkrankungen und Behinderungen
  17. Landesamt für Steuern und Finanzen Sachsen: Hinweise zur pauschalen Beihilfe (FAQ)
  18. Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg: Pauschale Beihilfe
  19. Thüringer Landesfinanzdirektion: Pauschale Beihilfe
  20. Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung, Drucksache 21/2188 (13.10.2025)
  21. § 10 SGB V – Familienversicherung

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Prüfung: 24. September 2026. Rechengrößen gelten für 2026.

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